Gute Kinder(tanz)musik und woran du sie erkennst (09.12.2019)

Was macht gute Kindermusik aus?

- So findest du gute Musik für dein Kindertanzangebot -

Was sich anfangs als leichte Aufgabe anhört, entpuppt sich schon bald als immer wiederkehrende Aufgabe: die passende Musik für dein Kindertanzangebot (Tanzskurs, Tanzprojekte, Kitatangebot) finden ist oft eine große Herausforderung für viele Pädagogen, Erzieher und KollegInnen.
Doch woher nehmen? Was lohnt sich zu kaufen? Welche Musik möchte ich in der Kursstunde der nächsten Generationen vorspielen? Weshalb diese Musik und keine andere? Was kann diese Musik und jene nicht? Dieser Artikel gibt dir eine kleine Orientierungshilfe, damit du in Zukunft besser weißt, was zu dir passt, welche Art von Musik du brauchst und wie du dauerhaft gute Musik für Kinder findest.

Die Musik für Kinder ist die Wichtigste von allen, die am aufwendigsten produziert sein sollte. [Simon Horn alias HerrH - „Einfach Tanzen“-Podcast (Folge 36)]

Der Markt ist voll von Kindermusik, hier einen Überblick zu behalten, ist nur mit vielen Recherchen und Ausprobieren möglich – meinst du?
Für abwechslungsreichen Unterricht u.ä. brauchen wir immer wieder Nachschub.

Es gibt viele Faktoren gibt, die eine gute Kindermusik ausmacht. Musik kann ganz unterschiedlich gewertet werden, um herauszufinden, was sie gut macht, sind allgemeine Kriterien sinnvoll um sich zu orientieren.
Im Laufe der Zeit findest du immer leichter neue Musik, deshalb solltest du dir strategisch einen eigenen Musikpool zulegen um immer wieder davon zu profitieren, dass du dir einmal die Mühe gemacht hast.

Musik ist auch Geschmacksache -Kriterien helfen Songs einzuschätzen

Ziel von einer ausgewogenen Tanzstunde ist es, dass du eine Varianz an Musiken spielst und nicht nur das, was dir gefällt. Das spielt ohne Zweifel eine Rolle, denn gerade bei Tanzformen und Choreografien fällt es uns leichter etwas zu konzipieren, was wir gerne hören und mögen. Achte daher ganz bewusst darauf, dass du Einseitigkeit in der Musikauswahl vermeidest – höre dir immer mal wieder an, was du da eigentlich alles spielst.

Kriterien machen es dir, egal für welche du dich entscheidest, immer leichter Musik für sich selbst und die Kindergruppe(n) einzuordnen. Mit Kriterien entscheidest du dich für eine bestimmte Qualität, die mit deinen Werten und Überzeugungen übereinstimmen (sollten): 

1 #  Gute musikalische Qualität
Gute Songs werden von Profis gesungen und Kinderstimmen auf jeden Fall stimmlich ins Arrangement  passen, d.h. stimmbildernerisch wie musikalisch stimmig sein

2 #  Lieder zum Nachsingen
Schön ist es, wenn Lieder nachsingbar ist, aber kein Muss, doch wenn, dann sollten die Songs nicht zu tief sein, d.h. in einer für Kinder passenden Stimmlage nachsingbar sein

3 #  Variantenreichtum im Musikstil
Kinderlieder sollten über einen stupiden, simplen Disco Fox Takt oder Vierer-Beat hinausgehen

4 #   Lieber echte Musik statt Synthesizer
Begleitmusik aus einem Programm ist immer weniger spannend als von echten Instrumenten.

5 #  Aufnahmetechnik
Es gibt gute Gründe, warum nicht jeder gute Kindertanzmusik machen kann: ihm fehlt die passende Technik. Auch wenn jeder gute Kindertanzlehrer, der halbwegs vernünftig singen kann, in der Lage wäre, auch das ein oder andere gute Lied einzusingen: die Aufnahmetechnik ist entscheidend, denn wir hören die Musik ja laut im Tanzsaal und wollen diese genießen.

6 #  Sprachliche Qualität und Deutsch
Die meisten Kinderlieder sind in deutsch – es sei denn es sind Fremdsprachenlernlieder – und das aus gutem Grund, denn die Kinder sollen diese ersten gut verstehen und zweiten bei der Sprachentwicklung unterstützen z.B. in dem Kinder bei Bewegungslieder ein Wort (z.B. Kopf) mit dem entsprechenden Körperteil verbinden können.
Wichtig für ein gutes Lied ist zudem die Aussprache/Sprachverständlichkeit (also Text nicht nuscheln) und die Wortvarianz/Sprachlicher Einfallsreichtum sowie die Vielseitigkeit und altersangepasste anspruchsvolle Texte.

7 #  Gütesiegel
Ein weiteres Indiz für sehr gute Kinder(tanz)musik sind Gütesiegel, wie der Medienpreis LEOPOLD.
Auf der Seite des Preises findest du viele gute Musik-Tipps.

Let´ s find Music - Meine Praxistipps

# 1  Lege dir einen eignen Musikpool an, auf den du jederzeit zurückgreifen kannst. Eine eigene Musiksammlung ist gold wert, mache dich von anderen unabhängig.

# 2 Mache dir genau klar, wonach du suchst, wozu genau du einen Song brauchst: Choreo oder Improvisation, Bewegungsgeschichte oder Kreistanz, Aufwärmübungen und Stretching oder freies Tanzen, ein bestimmter Tanzstil oder reine Klangerlebnisse. Ganz egal was du suchst, grenze es ein, für welchen Teil deiner Stunde du einen Song oder Titel benötigst. Möchtest du eine bestimmte Bewegung unterstützen oder zum freien Tanzen und Bewegen einladen? Möchtest du den Kids eine Choreo lernen oder zu einem Lied sie eine eigene Tanzform entwickeln lassen? Macht ihr Fuß- oder Ballettübungen – egal was, suche gezielt?

# 3  Halt deine Ohren immer offen, wenn du Kindermusik zufällig hörst oder bewusst anhörst und speichere sie dir so ab, dass du sie schnell wiederfindest (Playlist bei Spotify, Notizen im Handy oder in deiner Gladde). Spontanes durchhören von Musik (z.B. auf Amazon, wo dir auch Musik empfohlen wird) ist meist ergiebiger als du denkst, verschwende also keine Zeit und halte deine Ergebnisse fest (kaufe ggf. die Titel direkt und lade sie herunter).

# 4  Tausche dich mit KollegInnen aus: wenn du konkret Anregungen suchst, lass dir was von einem/r befreundeten KollegIn empfehlen. Gemeinsam hat man immer mehr Ideen als alleine und kommt wesentlicher schneller zum Punkt.

# 5  Besuche gezielt Fortbildungen und notiere dir, wenn konkrete dir Musiktitel empfohlen werden.

# 6  Lege dir eine sinnvoll strukturierte Musikverwaltung an: egal wie, aber organisiere deine Musik, so dass du sie schnell findest. Lege dir ggf. mehrere Ordner an mit verschiedenen Zusammenstellungen, was deine Arbeit erleichtert. Deine Systematisierung sollte dir deiner Unterrichtteilen und der Altersgruppe entsprechen damit du alles schnell findest.

# 7   Mach den Hör- und Tanztest
Höre Kindermusik immer mehrere Male vorab an, magst du sie, erfüllen sie deine Kriterien,  kann man sie wiederholt gerne anhören? Teste die gewählten Lieder um erste Ideen zu entwickeln. Gute Lieder gehen nicht nur ins Ohr, sondern auch in die Beine und inspirieren zu passenden Bewegungen.

Wenn dir also mal nichts Passendes einfällt zu einem neuen Tanz, dann muss das nicht zwingend an dir liegen: wechsle einfach die Musik!

Die Grundlage neue Choreographien, Tanzformen, Tanzübungen und Kindertanzanimation

Meine Altersgruppen in Kursen, Workshops und Auftrittsgruppen erstrecken sich vom Laufalter bis hin zu den Kids, die in die Grundschulen und weiterführenden Schulen gehen. Auch ältere Kinder und Teens brauchen gute Musik, zu und nach der sie Tanzen können. Deshalb habe ich einen guten Überblick über ganz verschiedene Interpreten und Musikrichtungen sowie meine ganz persönliche Meinung darüber, welche Art von Musik wir Tanzpädagogen bevorzugen sollten.

Meine ersten Tipps: Rolf Zukowski, HerrH, Volker Rosin, Detlef Jöcker, Lichterkinder, GroßstadtEngel, Reinhard Lacomy, Djingalla, Gisela Mühlberg, Gerhard Schöne, Holger Vey, Wolfgang Hering & Gisela Zachmann, Renate Fischer, auch Vormate wie Kika Tanzalarm Club find ich ausgesprochen ansprechend z.B. für meine Kinderdiscos eine Bereicherung

Am 29.03.2020 gebe ich in meiner Tanzschule wieder 2 wundervolle, wertvolle Fortbildungen zu den essentiellsten Themen der Allgemeinen Tanzpädagogik.
HIER findest du alle Infos

Jasmin

AutorinBotschafterin des Tanzens

Über die Blog-Autorin: Heidemarie ist passionierte Tanzlehrerin und zertifizierte I-TP-Tanzpädagogin und arbeitet als solche den ganzen Tag mit großen und kleinen und großen mit kleinen Menschen zusammen, um ihnen die bestmöglichsten Voraussetzungen zu schaffen, um ins Tanzen zu kommen und dadurch zu Leuchten. Mehr über sie erfährst du HIER

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